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Du bist unter den Glücklichen. Du hast festgestellt, dass Du im Bekanntenkreis eines Ewigen Kriegers gelebt hast und hattest Schübe von seltsamen Erinnerungen, die Dir keine Ruhe ließen und Dich schließlich bewegten, Dich anzuvertrauen. Und du hattest Glück, die Krieger entschieden, dass man es noch mit ein, zwei Neuen versuchen kann.

Vielleicht hattest Du eigenartige Träume von bärtigen Männern, die mit schlanken Schiffen über das Meer fuhren, um sich in den reichen Ländern südlicher weiterzubilden, oder von in Eisen gekleideten Raufbolden, die die Mauern erklimmenden Spießgesellen mit wuchtigen Streichen ihrer Schwerter in die Tiefe schicken. Womöglich kennst Du das irre Gefühl, auf einem Pferd über eine Weide zu galoppieren oder mit einer Gruppe gleichgesinnter Biker auf V2s in Formation die Landstraße unsicher zu machen und hattest stets dabei den Gedanken, dass jetzt nur noch das Langschwert an der Seite fehlt.

Vielleicht wolltest Du Dich schon immer mal schlagen, aber die Sportfechtvereine waren Dir zu soft und schlagende Verbindungen zu rechts und Mittelaltervereine haben dich mit ihrem Vereinsgedöns und ihren “historischen” Regeln und Ansprüchen abgeschreckt.

Okay, das ist die 6 im Lotto. Jetzt gibt es nur ein Problem:

Was ziehe ich an?

(Jawoll, das Problem gibt es nicht nur bei Frauen)

Nun, prinzipiell gibt es für’s erste Mal drei Lösungen:

Die Minimalvariante

Die historische Variante

Die mutige Variante

 

1. Die Minimalvariante

Du willst zum FEAST, kennst Nadel und Faden aber nur aus der Chrirurgie. Du kennst auch niemanden, der nähen kann, und von historischen Schnitten hast Du eh keine Ahnung. Ist auch egal, es ist das erste Mal und da sind wir nicht zimperlich. Der gute Wille zählt. Auch Conan hatte noch kein Kettenhemd, als er als Teenager Cimmerien verließ, um sein Glück zu machen.

Prinzipieller Rat: Gesamteindruck und Kleinigkeiten (wie z.B. Gürtel und Stiefel) wirken mehr als ein besonders schönes Teil, Schnitte oder ähnliches. Seit der Antike ist es für Männer nicht unüblich, in Hemd und Hosen herumzulaufen. Von extremen Moden (Normannen, Tudor-Zeit) mal abgesehen, hat sich in den Zeiten so viel nicht geändert. In jedem Fall, wenn man die Wahl hat, ist Naturstoffen (Wolle, Leinen, Baumwolle, Leder) gegenüber Synthetica der Vorzug zu geben, und vielleicht nur deswegen, weil man nach drei Jahren denkt: “Hätte ich’s doch nur sofort vernünftig gemacht.”

Hosen: Leder ist immer gut, Sommer wie Winter. Beliebt sind Lederhosen mit seitlicher Schnürung, nicht weil sie authentisch wären, sondern einfach weil sie gut aussehen. Sie halten auch am besten und decken sich mit der Zeit eh mit Schweiß, Asche, Bratenfett und Zaziki ein.

Alternativ sind weite Wollhosen oder auch weite Jogginghosen (Baumwolle, ohne Streifen!) gut. Zu Stiefeln, vorzugsweise Schaftstiefeln (aber es ist das erste Mal, wir sind ja nicht so) oder bis zum Knie hoch geschnürten Sandalen sehen diese Hosen besser aus als Herkömmliches.

Nicht okay sind Jeans oder bedruckte Hosen.

+ : Keine Taschen, gedeckte Farben

Hemd: Je schlichter desto besser. Klasse sind aus dicker Baumwolle gewebte kragenlose Hemden mit Schnürung (auf Märkten, Stadtfesten oder mit etwas Glück auch bei Strauss oder Karstadt für unter DM 40,- zu bekommen). Mit Gürtel über der Hose getragen reicht das. Im Winter kann man etwas darunter ziehen oder auch darüber (Leder, Fell, Wolle...). Sichtbare Labels etc. sollte man entfernen. Im Sommer reicht durchaus auch eine derbe Lederweste (z.B. mit seitlicher Schnürung, etwa bei Bikerausstattern wie Louis oder Polo).

+ : Weiter Schnitt, wenig Schnickschnack. Passende Stickereien oder auch Riemen und Waffengurte werten simple Kleidungsstücke sehr auf.

Diese Kombination hat u. a. den Vorteil, dass sie auch ohne weiteres im Alltag getragen werden kann und, dass man auf ihr als Grundausstattung gut aufbauen kann.

 

Die Damen haben es nicht schwerer. Erst einmal gibt es beim FEAST keinen Grund, warum eine Frau keine Hosen tragen sollte. Wie gesagt, wir sind kein mittelalterlicher Schützenposerverein (echt nicht, Stefan).

Röcke sind natürlich die einfachste Variante: Weit, lang, geschlitzt, ausgefranst, im Winter auch mehrere übereinander, das klassische Kleidungsstück eben. Mit darüber gebundenen Tüchern lässt sich viel ausstaffieren, was allein eher unscheinbar oder gewöhnlich wirkt.

Im Sommer sind Ledercorsagen und -tops, die sich mit einfachen Schmiedearbeiten oder Stickereien später leicht verbessern lassen, sehr beliebt. Auch hier gilt: Alles, was im weiteren Sinne altertümlich oder barbarisch wirkt, geht.

Trachtenkleider sind in der Regel eher unpassend, können aber durch Vereinfachungen angemessen modifiziert werden. Letzten Endes kommt es natürlich immer darauf an, WER WAS WIE trägt. Manch einer mag einen gotischen Plattenpanzer anlegen und wirkt wie ein Buchhalter im Karneval. Eine andere zieht einen Kartoffelsack über und ist die bestangezogenste Frau des Festivals.

2. Die historische Variante

Hier geht es eher um die Idee: Du liebäugelst mit einem bestimmten historischen (oder auch fiktiven) Hintergrund wie z.B. Kelte um 500, Wikinger um 1000, griechische Amazone, ich weiß nicht was, und beginnst mit einer einfachen Ausstattung, die du von FEAST zu FEAST verbessern kannst.

Hierfür sind Nähkenntnisse wohl unvermeidbar, doch seid beruhigt: Die meisten alten Schnitte sind sehr einfach, weshalb auch Anfänger nach ein paar Versuchen in der Lage sind, etwas wie eine Tunika zusammen zu sticheln (ich spreche aus eigener Erfahrung).

Die Tunika ist das Standard-Kleidungsstück aller Jahrhunderte und hat auch im beliebten T-Shirt eine zeitgenössische (wenn auch extrem kurze) Variante gefunden. Frühere Tuniken waren eher länger (z.B. bis zu den Knien - ohne Hosen drunter sieht so etwas eher aus wie Hermes der Götterbote) und weit geschnitten. Ein entsprechend vergrößertes T-Shirt bietet schon eine gute Vorlage. Entscheidend für die Wirkung ist auch hier der Stoff - er macht den Unterschied zwischen einem Nachthemd und einer Legionärstunika. Ansonsten gibt es die Varianten ohne Ärmel, mit kurzen oder mit langen Ärmeln.

Noch einfacher ist der einfache Waffenrock: Man nehme eine Stoffbahn, 3 m lang und 70-80 cm breit, schneide ein Loch in der Mitte aus, durch das der Kopf passt, werfe es sich über und gürte es: Fertig. Man kann es mit Nieten beschlagen, mit Schuppen benähen, mit Wappen besticken oder zur Not auch so lassen - und von nichts bis zur dicken Ledermontur alles Mögliche darunter tragen.

Schnittmuster gibt es im Internet viele - schau in der Links-Sektion nach. Ansonsten bietet der 3-Stunden-Wikinger eine gute Basis.

Ein Mantel ist entweder ein großes rechteckiges Wolltuch, passend gesteckt, oder der Halbkreis-Mantel - die Form erklärt sich aus dem Namen.

Second Hand-Shops sind wahre Fundgruben für die Damen. Weite Röcke, indische Kleider, Bauchtanz-Klamotten - je nachdem, zu wem es passt. Das frühe historische Kleid gleicht einer verlängerten Tunika: Bodenlang, weit, mit oder ohne Ärmel und passend geschnürt, womöglich auch kreuzweise um den Oberkörper. Aber die Damen sind eh zumeist kreativer - und der Phantasie sind wenig Grenzen gesetzt.

 

Eine Bemerkung zum Kilt:

Der Kilt hat sich beim FEAST (wie auch anderswo) zeitweise einer sehr großen Beliebtheit erfreut. Das liegt neben seiner Popularität natürlich am hohen Tragekomfort wie an der Einfachheit der Herstellung.

Der große oder originale Kilt besteht aus einem großen (ca. 2x3 m) rechteckigen Plaid, der in Falten gelegt und auf bestimmte Art gegürtet wird. Die Art des Anlegens erfordert einige Geduld und Übung, allerdings kann man in diesem Kilt nicht kämpfen (zumindest nicht lange; man vergesse getrost Braveheart als Quelle, zumal die Schotten damals noch keinen Kilt trugen und Wallace Lowlander war und deshalb auch keinen getragen hätte. Die historischen Highlander legten vor der Schlacht die Kilts ab und kämpften in ihren langen Hemden, ein Bild, das für die Engländer sicherlich erschreckend war).

Die kleine Variante hat eine Länge vom Bauchnabel bis zu den Knien und einen Umfang von bis zu 7 m. Die echten Kilts haben eingenähte Falten, was das Anlegen enorm erleichtert, man kann aber auch problemlos eine 3 m lange Stoffbahn in Falten legen und sich um die Hüfte wickeln. In jedem Fall aber sollte, wer einen Kilt trägt, auf Unterbekleidung verzichten: Denn das ist extrem posermäßig, stillos und macht zudem alle Vorzüge, die den Kilt gerade für Männer zu einem so angenehmen Kleidungsstück machen, zunichte. Seid gewarnt: Unsere Kämpferinnen haben die ausdrückliche Erlaubnis, dies nachzuprüfen und unverzüglich alle nicht-keltischen Kleidungsstücke darunter zu entfernen, unter Umständen auch mit scharfen Blankwaffen.

Whimps & Posers leave the Feast!

3. Die mutige Variante

Auch die Keltische genannt: SKYCLAD. Der Krieger der Erdgöttin trägt nur Schmuck und Waffen, dazu höchstens noch etwas Körperbemalung in blauem Waid. In jedem Fall die billigste und einfachste Art, zum FEAST zu erscheinen, erfordert jedoch die entsprechende Haltung. Der Vorteil: Wer so im Winter erscheint, wird garantiert von niemandem als Poser bezeichnet...